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descriptionHände vor den Augen
Angst vor dem Fliegen, vor großen Plätzen oder vor Menschenmengen – Angsterkrankungen sind facettenreich und lähmen den Betroffenen.
descriptionNotausgang-Schild
Angst ist lebenswichtig. Steigert sie sich jedoch bis zur Krankheit, kommen als Auslöser Medikamente oder Drogen infrage. Auch die Gene spielen eine Rolle.
descriptionHände ringen
Phobie, Panik oder generalisierte Angststörung – meist tritt Angst nur vor einer bestimmten Situation auf, manchmal weitet sie sich sintflutartig aus.
descriptionFrau beim Yoga
Psychotraining, Entspannung und Bewegung helfen dabei, die Angst zu besiegen. Typische Qualitätsmerkmale zeigen, ob eine Angst-Therapie seriös ist.
descriptionZwei Wanderer auf dem Gipfel
Die Angst zu akzeptieren kann sie oft schon leichter machen. Unsere Tipps und Adressen helfen Angehörigen und Betroffenen dabei, mit der Angst umzugehen.
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Anti-Angst-Training

Angst lässt sich verlernen – als gängigste Therapie hat sich in den letzten Jahren die Verhaltenstherapie etabliert. Manchmal helfen Antidepressiva, den Erfolg der Psychotherapie zu sichern und zu stabilisieren. Hausärzte geben gern Beruhigungsmittel gegen die Angst. Aber Vorsicht: Benzodiazepine können rasch abhängig machen und auf Dauer mehr schaden als nützen.

Im Überblick



Die Angst besiegen

Angst und Sucht – ein Teufelskreis

Einige Angst-Patienten leiden unter mehreren Angststörungen. Oft kommen zur Angst noch Depressionen dazu, Alkoholsucht, Medikamentenabhängigkeit oder Drogenmissbrauch. Je mehr Krankheiten gleichzeitig vorliegen, desto schwieriger wird die Therapie.

Frauen haben mehr Angst

Frauen leiden häufiger unter Angststörungen als Männer. Bisher ist nicht klar, warum das so ist. Hormonelle Faktoren spielen dabei vermutlich ebenso eine Rolle wie die unterschiedliche Körperwahrnehmung von Männern und Frauen. Auch erlerntes Rollenverhalten sowie ungleiche Bedingungen in Schule, Ausbildung und Beruf tragen dazu bei. Wahrscheinlich empfinden Männer genauso häufig Angst, haben aber schon früh gelernt, sie nicht zu zeigen und sich schon gar nicht davon unterkriegen zu lassen, weil das gemeinhin als unmännlich gilt.
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Was die Krankenkasse zahlt

Medikamente und Verhaltenstherapie gelten inzwischen als Standardbehandlung bei Angststörungen und werden von den Kassen bezahlt. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass menschliches Verhalten – auch Angst und ihre Vermeidung – erlernt ist. Nach dem Motto „Was falsch gelernt wurde, kann auch wieder verlernt werden“ zeigt dieses Therapieverfahren oft rasche Erfolge bei Angstpatienten.

Die Angst abtrainieren: üben, üben, üben


Durch wiederholtes „Exponieren“, also sich der beängstigenden Situation aussetzen, wird die Angst regelrecht abtrainiert. Eine andere Möglichkeit zielt darauf ab, Angstsituationen anders wahrzunehmen, also aus einem anderen, nicht-ängstlichen Blickwinkel zu betrachten. Weil mit der Verhaltenstherapie bei Angstpatienten oft schnell Erfolge erzielt werden, unterstützen die Krankenkassen diese Behandlungsmethode.

Verhaltenstherapie durch Psychoanalyse vertiefen

Bei der Verhaltenstherapie kommt allerdings das Nachdenken über die Ursachen der Angst oft zu kurz. Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder eine Psychoanalyse, die sich beide mit Erlebnissen und Prägungen in der Kindheit beschäftigen, sind allerdings zeitaufwendig und führen – wenn überhaupt – oft erst nach Jahren zum Erfolg.

Tiefenpsychologisch fundierte Therapie


Dennoch ist besonders die tiefenpsychologisch fundierte Therapie manchmal hilfreicher als ein oberflächliches Abtrainieren der Angst. Das gilt besonders für Angstpatienten, bei denen mehrere Störungen gleichzeitig vorliegen. Eine Verhaltenstherapie führt hier meist dazu, dass ungelöste innere Konflikte sich vielleicht nicht mehr als Angst, aber dann in körperlichen Beschwerden oder Depressionen ausdrücken.

Gespräche und Hypnose


Neben der Verhaltenstherapie und einer analytisch orientierten Psychotherapie gibt es noch andere wirkungsvolle Therapieformen. Dazu gehören beispielsweise die Gesprächs-Psychotherapie, die Unstimmigkeiten im Selbstkonzept des Patienten aufzudecken sucht, sowie die Hypno-Therapie, bei der der Patient in Hypnose versetzt wird. In diesem Zustand tiefster Entspannung gelingt es oftmals leichter, den Patienten zu notwendigen Verhaltensänderungen hinzuführen. Diese Therapien zahlt die Krankenkasse allerdings nicht.

Kunst und Musik als Therapie, Psychodrama


Kunst und Musik sowie das Psychodrama – ein szenisches, problemorientiertes Rollenspiel – sind oft Bestandteile der stationären Angst-Therapie in Kliniken, meist als Gruppen-Therapie.
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Angst-Therapie durch Bewegung und Entspannung

Neben Medikamenten und Verhaltenstherapiegibt es viele andere Möglichkeiten, der Angst zu begegnen und sie erträglich zu machen. Bewegung und Entspannung können Ihnen dabei helfen, dass Ihre Ängste nicht überhandnehmen:
  • Bewegung: Gymnastik, Joggen, Walking, Tanzen, körperliche Arbeit
  • Atemtherapie
  • Stressmanagement: Unterscheidung zwischen positivem und negativem Stress, Stressbewältigung
  • Zeitmanagement: Planen von Ruhe- und Erholungsphasen, Prioritäten setzen, Aufgaben delegieren, „Nein“ sagen, nicht dem Perfektionismus frönen
Seriöse Angst-Therapie finden

Im Internet gibt es unzählige Bücher und Informationen, die Sie in Ihrem persönlichen Anti-Angst-Training unterstützen. Aber Vorsicht: Das Geschäft mit der Angst hat Konjunktur. Nicht jeder sogenannte Heiler, der seine Hilfe anbietet, arbeitet mit seriösen Methoden. Vergewissern Sie sich vor Beginn einer Angst-Therapie, ob der Therapeut eine anerkannte Ausbildung absolviert hat. Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse und bei den Fachgesellschaften.
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Tipps für die Angst-Therapie: Worauf Sie achten sollten

Wer unter Panikattacken oder anderen, stark einschränkenden Ängsten leidet, sollte ärztliche Hilfe suchen. Manchmal ist es nicht einfach, den richtigen Arzt zu finden. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder bei der regionalen Ärztekammer nach. Auch im Internet finden Sie Ärzte mit Hilfe spezieller Suchmaschinen.

Wie Sie die richtige Therapie finden

Wenn der Arzt eine Angststörung festgestellt hat, sollten Sie einige Dinge beachten:
  • Lassen Sie sich die Diagnose genau erklären.
  • Wenn Sie an der Diagnose zweifeln, haben Sie die Möglichkeit, eine zweite Meinung einzuholen. Wenn ein zweiter Arzt die gleiche Diagnose stellt, glauben Sie ihm. Jeder weitere Arztbesuch wird zum gleichen Ergebnis kommen. Sie verlieren dadurch nur wertvolle Therapiezeit.
  • Nehmen Sie Kontakt zu einer spezialisierten Einrichtung in Ihrer Nähe (zum Beispiel der Verhaltensambulanz einer psychiatrischen Klinik) auf. Dort erhalten Sie Adressen und weitere wichtige Informationen.
  • Wenn der Arzt Ihnen Medikamente verschreibt, informieren Sie sich genau über deren Wirkungsweise, Nutzen und Nebenwirkungen. Manchmal sind Medikamente nicht zu vermeiden, aber sie heilen die Angststörung nicht.
  • Nehmen Sie Beruhigungsmittel nie länger als drei bis vier Wochen ohne Pause ein. Sie machen abhängig.
  • Treffen Sie sich mit Betroffenen. Kontakte zu Selbsthilfegruppen können Ihnen helfen, mit Ihrer Angst besser klarzukommen.
Wenn klar ist, dass Sie unter einer Angststörung leiden, informieren Sie sich umfassend über Ihre Erkrankung. Nur wer viel weiß, kann sich selbst helfen. Eine Psychotherapie liefert oft nur den Rahmen für eine Angstbewältigung. Sie selbst sind gefordert, die Therapie mit Leben zu füllen und Ihren ganz eigenen Umgang mit Ihrer Angst zu lernen.
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Homöopathie bei Angst

Gegen Angst oder Panikattacken können auch homöopathische Mittel eingesetzt werden. Sie zeigen in der Regel keine Nebenwirkungen. Homöopathische Mittel werden je nach Ausprägung der Symptome und dem Allgemeinzustand des Patienten verordnet, jedoch nur bei eher leichteren Angstzuständen. Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel gibt es nicht.

Symptome:


Aufgelistet sind die typischen Merkmale und die eingesetzten homöopathischen Medikamente:
  • Panik, Todesfurcht, nach seelischem Schock, düstere Vorahnungen, Furcht vor Alleinsein: Aconitum
  • Panik, überreizt, nervöse Erwartungsspannung, Versagensangst, Platzangst: Argentum nitricum
  • ruhelos, Kopfschmerzen - Migräne (Frauenbeschwerden): Cimicifuga
  • Furcht vor Alleinsein, Dunkelheit (Kinder), Zukunft: Pulsatilla
  • Angst nach Überarbeitung – „alles wächst über den Kopf“ (Frauen): Sepia
  • Angst nach Überarbeitung – „alles wächst über den Kopf“ (Männer): Nux Vomica

Außerdem:

  • Wechseljahrsbeschwerden, Kreislaufschwäche: Lachesis
  • Versagensangst, trotzdem stark wirken wollen: Lycopodium
  • Klaustrophobie, Niedergeschlagenheit: Natrium muriaticum
  • Furcht vor Alleinsein, Krankheit, Unglück, Unwetter, Dunkelheit: Phosphorus
  • Nervöse Erschöpfung, nach Krankheiten: Avena

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Frau mit Tablettenblisterpackung
© Shutterstock
Medikamente, vor allem Antidepressiva und Beruhigungsmittel, bekämpfen nicht die Ursachen. Die wichtigste Behandlungsmethode bei Angststörungen ist die Verhaltenstherapie.
Frau mit Schlange in der Hand
© Shutterstock
Die wiederholte Konfrontation mit der angstauslösenden Situation soll bei der Verhaltenstherapie die Angst abbauen.
Joggende Frau
© Shutterstock
Bewegung und Entspannung können helfen, die Angst erträglicher zu machen. Geeignet sind beispielsweise Gymnastik, Joggen, Autogenes Training oder Yoga.