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descriptionGrafik: Lunge
Er gilt als der gefährlichste Krebs und ist vor allem bei Frauen auf dem Vormarsch. Der Grund: Rauchen – es kann das Risiko bis zu 30-fach erhöhen.
descriptionRöntgenbild der Lunge
Erst im Spätstadium kann sich Lungenkrebs mit Husten und Schmerzen bemerkbar machen. Bildgebende Verfahren und Labortests schaffen früher Gewissheit.
descriptionMikroskop
Welches Stadium hat der Tumor und in welchem Lungenbereich wächst er? Diese Fakten entscheiden über Therapiemaßnahmen und Heilungschancen.
descriptionOperationsbesteck
Skalpell, Strahlen und Substanzen eliminieren den Tumor. Große Hoffnung richtet sich auf neue, sanftere Therapien, die den Tumor aushungern oder bekämpfen.
descriptionZigarette
Jeder, der sich gegen das Rauchen entscheidet, entschärft sein persönliches Lungenkrebsrisiko massiv. Tipps für den Weg ins rauchfreie Leben.
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Dem Tumor auf der Spur

Oft wird Lungenkrebs zufällig entdeckt, etwa bei einer Routineuntersuchung. Denn der Tumor verursacht anfangs kaum Beschwerden. Besteht ein Verdacht, wird mit unterschiedlichen diagnostischen Methoden festgestellt, ob die Erkrankung vorliegt und wie weit sie sich ausgebreitet hat.

Im Überblick



Lungenkrebs ist tückisch, weil er meist viel zu spät erkannt wird. Im Frühstadium, wenn der Tumor noch sehr klein ist und gut behandelbar wäre, merkt der Betroffene meist gar nichts. Erst wenn der Krebs sich in der Lunge weiter ausdehnt, treten Beschwerden auf. Sie sind aber oft so uncharakteristisch, dass zunächst an andere Erkrankungen wie eine chronische Bronchitis bei Rauchern gedacht wird. Manchmal wird der Tumor zufällig auf einer Röntgenaufnahme der Lunge entdeckt, die aus einem anderen Anlass aufgenommen wurde.

Verdächtige Symptome, die auf Lungenkrebs hinweisen können, sind:
  • länger dauernder Reizhusten (wenn Husten länger als drei Wochen anhält, sollte geröntgt werden)
  • Schmerzen in der Brust
  • Abhusten von Auswurf mit kleinen Blutbeimengungen
  • Atemnot, zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe
  • Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Nachtschweiß
Symptome, die meist erst im späteren Verlauf bei Lungenkrebs auftreten, sind:
  • Schluckstörungen und Heiserkeit
  • Schmerzen und Missempfindungen im Arm oder in der Hand durch Druckschädigung von Nerven im Brustkorb oder Schulter-Arm-Bereich
  • Stauungszeichen großer Blutgefäße (Eine Einengung der herznahen Venen macht sich in Form von Schwellungen im Gesichts- und Armbereich bemerkbar.)
  • Zu hoher Blutzucker oder Überfunktion der Schilddrüse (Kleinzellige Bronchialkarzinome haben die Eigenschaft, selbst Hormone zu produzieren, die beispielsweise den Blutzuckerspiegel oder die Schilddrüsenfunktion stören können: paraneoplastisches Syndrom.)

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Diagnostik: So viel wie nötig, so schonend wie möglich

Die Untersuchungen, mit denen der Arzt Lungenkrebs zweifelsfrei diagnostizieren kann, sind für den Patienten teilweise unangenehm und belastend. Deshalb muss der Arzt sehr genau überlegen: Welche Untersuchungen sind unbedingt notwendig? Was kann ich dem Patienten zumuten? Welche therapeutische Konsequenz haben die Untersuchungsergebnisse?

Auf belastende Untersuchungen, die zur Behandlungsplanung nicht unbedingt notwendig sind, wird der Arzt verzichten.

Zu den Grunduntersuchungen bei Verdacht auf Lungenkrebs gehören:
  • Befragung und körperliche Untersuchung
  • Röntgenaufnahme der Lunge
  • Computertomografie, Magnetresonanztomografie
  • Bronchoskopie mit Entnahme einer Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung
  • Laboruntersuchungen
Darüber hinaus gibt es folgende weitere Untersuchungsmöglichkeiten:
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Schonende Untersuchung mit Röntgen, CT und Bronchoskopie

Bei Verdacht auf Lungenkrebs wird der Arzt Sie zunächst sehr genau befragen. Von besonderem Interesse ist dabei, ob, wie viel und wie lange Sie geraucht haben. Auch berufliche Belastungen wie die Arbeit mit Asbest sind wichtig. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse, dem Arzt offen und ehrlich auf seine Fragen zu antworten und ihm durch genaue Informationen die Eingrenzung seines Verdachts zu erleichtern. Nach der Befragung wird Ihr Arzt Sie gründlich untersuchen. Manchmal findet er beim Abklopfen und Abhören der Lunge schon erste Anzeichen für eine Erkrankung.

Röntgen zählt – neben der Bronchoskopie – zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden bei Lungenkrebs. Vor allem am Lungenrand gelegene Karzinome können damit entdeckt werden, allerdings erst ab einer Größe von 0,5 Zentimetern. Ob es sich tatsächlich um Krebs oder um eine andere Lungenerkrankung handelt, klären weitere Untersuchungen. Tumoren in der Lungenmitte dagegen sind im Röntgenbild manchmal nicht sichtbar. Sie können aber mithilfe einer Computertomografie (CT) entdeckt werden. Auf diesen Röntgen-Schichtaufnahmen sind selbst versteckt liegende und kleinere Tumoren gut erkennbar.
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Bronchoskopie mit neuester Technik

Das wichtigste Untersuchungsverfahren bei Verdacht auf Lungenkrebs ist die Bronchoskopie. Mithilfe eines optischen Geräts, des Bronchoskops, werden die Bronchien angeschaut und auf Veränderungen abgesucht. Meist wird dazu ein biegsames Bronchoskop mit einer Glasfaseroptik benutzt. Nachdem der Arzt die Schleimhaut von Nasen-Rachen-Raum, Kehlkopf und großen Bronchien mit einem Spray betäubt hat, schiebt er den flexiblen Schlauch durch den Mund oder die Nase über die Luftröhre bis in kleinste Bronchienverzweigungen vor.

Gewebsentnahme mit Zange, Bürste oder Spülung

Aus den Stellen der Bronchialwand, die dem Arzt verdächtig erscheinen, kann er mit einer kleinen Zange an der Bronchoskopspitze Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Gewebeproben aus dem benachbarten Lungengewebe werden mit einer feinen Nadel gewonnen. Außerdem kann der Arzt einen Bronchialabschnitt spülen und die Spülflüssigkeit anschließend absaugen (Bronchiallavage) oder die Bronchialwand abbürsten. Die in der Spülflüssigkeit beziehungsweise im Bürstenabstrich enthaltenen Zellen werden ebenso wie die entnommenen Gewebeproben anschließend mikroskopisch untersucht.

Ein starres Bronchoskop erfordert eine Vollnarkose


Neben dem flexiblen Schlauch gibt es noch ein starres Bronchoskop. Es wird beispielsweise dann eingesetzt, wenn der Tumor die Bronchien verengt. Das starre Bronchoskop wird immer in Vollnarkose eingeführt. Eine Bronchoskopie mit der anschließenden feingeweblichen (histologischen) Untersuchung kann bei über 70 Prozent der Patienten die Diagnose sichern.
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Die Untersuchung durch den Brustkorb

Außer dem Röntgen, der CT und der Bronchoskopie können noch andere Untersuchungen helfen, die Diagnose Lungenkrebs zu sichern. Wenn bei Verdacht auf Lungenkrebs der verdächtige Bezirk im Randbereich der Lunge liegt, kann bei einer Bronchoskopie keine Gewebeprobe entnommen werden. Dann hilft eine Feinnadelbiopsie weiter.

Dazu wird unter computertomografischer Kontrolle eine dünne Nadel von außen durch die Brustwand bis in die Lunge vorgeschoben und damit etwas Gewebe angesaugt, das später unter dem Mikroskop begutachtet wird. Auch der Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, der Mittelfellraum (Mediastinum), kann mit einem Endoskop untersucht werden. Mit solch einer Mediastinoskopie kann der Arzt feststellen, ob die nahe gelegenen Lymphknoten bereits vom Tumor befallen sind.
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Diagnostik und Metastasensuche in einem: die PET-CT

Die PET-Computertomografie ist das modernste bildgebende Verfahren, um vor einer Operation den Befall von Lymphknoten im Brustraum abzuklären und tumorverdächtige Rundherde genauer zu beurteilen, allerdings zählt sie nicht zu den Standardverfahren, sondern bleibt speziellen Fragestellungen vorbehalten. Dabei wird eine normale Computertomografie kombiniert mit einer nuklearmedizinischen Technik, die eine für fast alle bösartigen Tumoren charakteristische erhöhte Stoffwechselaktivität anzeigt.

Ein weiterer Vorteil der PET-CT ist auch, dass mit einem einzigen Verfahren der gesamte Körper auf Metastasen, also Tochtergeschwülste, abgesucht werden kann. Statt der Ganzkörperuntersuchung mit einer PET-CT können die einzelnen Organe – Leber und andere Oberbauchorgane, Gehirn, Skelett – auch getrennt beurteilt werden. Dazu stehen mit Ultraschall, CT, MRT und Knochenszintigrafie weitere moderne Verfahren zur Verfügung, die aber nur nacheinander zum Einsatz kommen können.
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Tumormarker wichtig zur Verlaufsbeobachtung

Bei manchen Tumorarten, so auch beim Lungenkrebs, steigen die Blutwerte der sogenannten Tumormarker an. Da sie aber auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein können, werden sie nicht für die Diagnosestellung herangezogen, sondern dienen allenfalls der Verlaufsbeobachtung. Im Falle des kleinzelligen Lungenkrebses heißt dieser Marker NSE (neuronspezifische Enolase), beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom werden die Marker CEA (karzinoembryonales Antigen) und CYFRA 21-1 bestimmt.
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Ärztin hört Patienten mit Stethoskop ab
© fotolia
Hartnäckiger Reizhusten kann das erste Anzeichen von Lungenkrebs sein. Jeder Husten, der länger als drei Wochen anhält, sollte auf jeden Fall vom Arzt abgeklärt werden.
Röntgenbild der Lunge
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Lungenkarzinom im linken oberen Lungenflügel, das sich als runder Herd darstellt, hier eine Röntgenaufnahme
Computertomografie der Bronchien
© Lange123/GnuFreeDocumentationLicense
Die Computertomografie (CT) liefert Schnittaufnahmen. Diese zeigt den Tumor eindeutig, hier im Pfeil mehr im Randbereich der Lunge.