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descriptionGrafik: Lunge
Er gilt als der gefährlichste Krebs und ist vor allem bei Frauen auf dem Vormarsch. Der Grund: Rauchen – es kann das Risiko bis zu 30-fach erhöhen.
descriptionRöntgenbild der Lunge
Erst im Spätstadium kann sich Lungenkrebs mit Husten und Schmerzen bemerkbar machen. Bildgebende Verfahren und Labortests schaffen früher Gewissheit.
descriptionMikroskop
Welches Stadium hat der Tumor und in welchem Lungenbereich wächst er? Diese Fakten entscheiden über Therapiemaßnahmen und Heilungschancen.
descriptionOperationsbesteck
Skalpell, Strahlen und Substanzen eliminieren den Tumor. Große Hoffnung richtet sich auf neue, sanftere Therapien, die den Tumor aushungern oder bekämpfen.
descriptionZigarette
Jeder, der sich gegen das Rauchen entscheidet, entschärft sein persönliches Lungenkrebsrisiko massiv. Tipps für den Weg ins rauchfreie Leben.
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Den Tumor dreifach angreifen

Je nach Stadium und Typ wird Lungenkrebs unterschiedlich behandelt. Oft nutzen die Ärzte auch den Synergieeffekt verschiedener Therapiemethoden. Weil die Maßnahmen sehr belastend sein können, forscht man nach neuen Optionen. Gentechnik und neue Antikrebsmittel sind die wichtigsten Hoffnungsträger.

Im Überblick



Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome: Operation ist Therapie der Wahl

Bei der Diagnose Lungenkrebs werden meist nicht-kleinzellige Tumoren entdeckt. Diese Lungentumoren lassen sich je nach Ausdehnung durch eine Operation entfernen. Vor der Operation muss der Arzt wissen, wo der Tumor genau sitzt, wie groß er ist und ob bereits Lymphknoten befallen oder Metastasen entstanden sind. Ist der Tumor sehr klein, ist nach der vollständigen Entfernung oft keine weitere Behandlung notwendig. Das gilt für Karzinome im Stadium I beziehungsweise kleiner als vier Zentimeter.
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Strahlen- und Chemotherapie vor oder nach der Operation

Größere Tumoren können vor der Operation durch eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie verkleinert und anschließend operativ entfernt werden. Der endgültige Nutzen dieser Therapieform wird jedoch zurzeit noch in Studien untersucht. Je nachdem, wie groß der Tumor ist und wie weit er sich schon in das angrenzende Gewebe ausgedehnt hat, müssen entsprechend große Lungenanteile bis hin zu einem Lungenflügel mit den dazugehörigen Lymphknoten entfernt werden. Ein größeres Lungenkarzinom wird nach der Operation mit Chemo- und/oder Strahlentherapie weiterbehandelt, um unentdeckte Krebszellen abzutöten und eine Metastasierung zu verhindern.

Zytostatika und Bestrahlung helfen bei großer Tumorausdehnung und Metastasen

Manchmal werden zum Zeitpunkt der Lungenkrebs-Diagnose auch schon Metastasen in anderen Organen gefunden. Bei diesen Patienten wird meist nicht operiert. Chemo- und Strahlentherapie sind aber auch hier hilfreich. Sie lindern die Beschwerden und verbessern die Lebensqualität (Palliativtherapie).
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Kleinzelliges Lungenkarzinom ist empfindlich gegen Chemotherapie

Beim kleinzelligen Lungenkarzinom geht das Krebswachstum von Zellen aus, die sich sehr schnell teilen. Aufgrund dieser Eigenschaft reagieren sie besonders empfindlich auf eine Chemotherapie. Diese Therapieform wird deshalb bei allen kleinzelligen Lungenkarzinomen angewandt. Ergänzt wird sie meist durch eine Strahlentherapie. Wenn der Tumor noch begrenzt ist, kann auch operiert werden. Kleinzellige Lungentumoren metastasieren aber oft schon sehr früh, weshalb eine Chemotherapie auch bei operierten Patienten unumgänglich ist.

Chemotherapie: Viele Medikamente gleichzeitig und nacheinander

Wird das kleinzellige Lungenkarzinom mit einer Chemotherapie behandelt, kombiniert der Arzt viele verschiedene Medikamente miteinander. Der Patient bekommt sie meist als Infusion, manchmal auch als Tablette. Die Behandlung folgt einem vorgegebenen Plan, dem Behandlungsschema. Danach werden vier bis sechs Therapieabschnitte (Zyklen) im Abstand von jeweils drei bis vier Wochen gegeben und die Chemotherapie nach maximal sechs Zyklen beendet.

Bestrahlung des Gehirns zur Vorbeugung

Entweder parallel zur Chemotherapie oder in der darauf folgenden Therapiepause wird der Patient bestrahlt. Hat sich der Tumor durch die Chemotherapie komplett zurückgebildet, wird im Anschluss meist noch der Schädel vorbeugend bestrahlt, um auch unerkannte Krebszellen auf ihrer Wanderung ins Gehirn abzutöten.
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Nebenwirkungen so gut wie möglich akzeptieren

Jede Chemotherapie hat einen entscheidenden Nachteil: die Nebenwirkungen. Die Zytostatika bekämpfen die Krebszellen zwar sehr effektiv, allerdings leiden auch andere Körperzellen, die sich schnell teilen, unter der Therapie. Dazu gehören beispielsweise Zellen im Knochenmark, in der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes und Haarzellen. Dadurch kommt es bei den meisten Patienten zu den gefürchteten Chemotherapie-Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Entzündungen der Mund- und Darmschleimhaut sowie Haarausfall. Während einer Chemotherapie sind viele Patienten außerdem besonders infektanfällig, weil die für die körpereigene Abwehr zuständigen weißen Blutkörperchen ebenfalls unter der Behandlung leiden.

Kürzen Sie Ihr Haar vor Therapiebeginn

Bevor Sie eine Chemotherapie bekommen, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie mit Haarausfall rechnen müssen, denn nicht bei allen Zytostatika fallen die Haare aus. Ist der Haarverlust bei Ihnen unvermeidlich, so versuchen Sie, sich schon vor Behandlungsbeginn mit diesem Gedanken vertraut zu machen. Bei Frauen mit längeren Haaren ist jetzt die Zeit für einen schicken Kurzhaarschnitt. So können Sie sich schon einmal an den neuen Anblick gewöhnen, und auch das Aufsammeln ausgefallener Haare ist weniger mühsam.

Ihre Persönlichkeit bleibt unverändert

Bedenken Sie dabei immer: Ein kahler Schädel ist zwar ein Schock für Sie und Ihre Bekannten, aber Ihre Persönlichkeit bleibt davon unberührt – Sie bleiben auch ohne Haare ganz der oder die Alte, und Ihr Haar wächst nach der Therapie ja wieder nach. Lassen Sie sich von einem drohenden Haarausfall auf keinen Fall derart abschrecken, dass Sie die hilfreiche Chemotherapie deshalb infrage stellen.

Mehr Sicherheit durch Perücke, Tücher oder Turban

Für Frauen, auch für manchen Mann, empfiehlt es sich, eine Perücke zu kaufen. Wenn Sie nicht das passende Modell finden, kaufen Sie eines, das in Farbton und Haarschnitt Ihrem Wunsch am ehesten entspricht. Ihr Friseur kann Ihnen die Perücke dann genau passend in Form schneiden. Auch um den Kopf geschlungene Tücher oder fertig gebundene Turbane geben Ihnen mehr Sicherheit, wenn Sie die eigenen vier Wände verlassen.
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Palliativ-Therapie verbessert die Lebensqualität

Bei manchen Patienten wird der Lungenkrebs erst entdeckt, wenn er schon weit fortgeschritten ist. Eine Therapie wird die Erkrankung dann wahrscheinlich nicht mehr heilen können. Sie ist aber immens wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. So gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Atmung zu verbessern, wenn der Tumor die Luftwege einengt:
  • Lasertherapie und fotodynamische Lasertherapie
    Mittels der Lasertherapie wird der Tumor durch ein Lasergerät, das in Vollnarkose über ein Bronchoskop eingeführt wird, verdampft und koaguliert. Bei der fotodynamischen Lasertherapie (PDT) werden vor der Laserung die Tumorzellen zunächst durch einen intravenös verabreichten Sensibilisator für Laserlicht empfindlich gemacht.
  • Brachytherapie
    Mithilfe eines Bronchoskops wird eine radioaktiv angereicherte Substanz in Tumornähe in den Bronchus eingebracht; die benachbarten Tumorzellen werden durch die direkte Bestrahlung zerstört.
  • Einlage von Endoprothesen (Stents)
    Mit einem Bronchoskop wird eine röhrenförmige Stützprothese bis zur Engstelle vorgeschoben. Der Atemweg wird dadurch freigehalten.

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Knochenmetastasen gefährden die Knochenstabilität

Lungenkrebs bildet oft Tochterabsiedlungen im Knochen. Der Knochen in der Umgebung der Metastase löst sich dadurch auf, wodurch die Knochenstabilität gefährdet wird. Um Brüche zu vermeiden, ist es wichtig, die Metastasen zu zerstören oder wenigstens zu verkleinern. Dafür wird eine gezielte Bestrahlung genutzt. Außerdem gibt es Medikamente, sogenannte Bisphosphonate, die die Knochenauflösung hemmen und dadurch zur Knochenstabilisierung beitragen, diese werden auch oft in Kombination mit der Bestrahlungstherapie verabreicht.
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Nasenspray und Pflaster gegen Schmerzen

Für unterschiedlich starke Schmerzen gibt es auch unterschiedlich starke Schmerzmedikamente. Eine gute Schmerzbehandlung auf dem neuesten Stand der Forschung bieten speziell ausgebildete Schmerztherapeuten an. Wenden Sie sich bei starken, anhaltenden Schmerzen auf jeden Fall an einen solchen Spezialisten oder fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach der besten Therapie. Bei sehr heftigen Schmerzen kommen Opioide oder Opiate (morphinartige Substanzen) zum Einsatz. Diese Medikamente gibt es auch in Form von Nasenspray und Pflaster. Von einem erfahrenen Schmerztherapeuten ausreichend dosiert und regelmäßig gegeben, lindern sie auch stärkste Schmerzen sehr effektiv und lang anhaltend.
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Gute Schmerztherapie verbessert die Lebensqualität

Bei Schmerzspitzen gibt der Arzt zusätzliche Medikamente je nach Bedarf. Bei manchen Patienten wird das Schmerzmittel über einen Katheter direkt in den Rückenmarkskanal eingebracht und über eine Pumpe gleich bleibend dosiert. Ziel einer guten Schmerztherapie ist immer, den Patienten von quälenden Schmerzen zu befreien oder ihm wenigstens Linderung und etwas Ruhe zu verschaffen.

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Neue Therapieansätze greifen den Krebs an der Wurzel

Antiangiogenese: Dem Tumor „den Saft abdrehen“

Die Antiangiogenese zielt darauf ab, die Neubildung von Blutgefäßen zu hemmen, die den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dadurch soll der Tumor regelrecht „ausgehungert“ werden. Es gibt bereits einige Medikamente mit dieser Wirkung, in den kommenden Jahren sind hier deutliche Fortschritte zu erwarten.

Immuntherapie unterstützt das körpereigene Abwehrsystem

Eine Immuntherapie soll das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs unterstützen. Der neu entwickelte Impfstoff L-BLP25 ist ein synthetisch hergestelltes Glykoprotein-Vakzin, das mit MUC1, einem Merkmal, das bei nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen auf der Oberfläche der Tumorzellen übermäßig exprimiert wird, reagiert und eine Immunantwort auslöst. Erste Ergebnisse dieser neuen Behandlungsmethode sind sehr viel versprechend, jetzt wird daran gearbeitet, das Verfahren weiter zu vervollkommnen.

Mit Antikörpern Krebs gezielt bekämpfen


In den letzten Jahren haben monoklonale Antikörper Einzug in die Krebstherapie gehalten. In der Behandlung des Lungenkarzinoms ruhen die Hoffnungen derzeit auf dem EGFR-Blocker Cetuximab. Der Wirkstoff blockiert einen Wachstumsrezeptor auf der Zelloberfläche der Krebszellen und hemmt dadurch Tumorwachstum und -ausbreitung. Als neuer Therapieansatz bei Lungenkrebs wird Cetuximab auch in Verbindung mit Chemotherapie getestet. Bisher ist das Medikament in Deutschland allerdings nur zur Behandlung anderer Krebsarten zugelassen.

Hyperthermie: Mit Hitze gegen den Krebs

Bei dieser Therapieform wird der Umstand ausgenutzt, dass Tumorzellen wesentlich temperaturempfindlicher sind als normale Körperzellen. Eine Hyperthermie wird meist mit einer Bestrahlungs- oder Chemotherapie kombiniert und soll deren Wirkung verstärken. Die gezielte Temperaturerhöhung kann lokal, also nur im Bereich des Tumors, regional in der betreffenden Körperregion oder als Ganzkörperhyperthermie zur Anwendung kommen. Die Erhitzung des gesamten Körpers ist allerdings eine starke Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und kann nur bei Patienten genutzt werden, die kreislaufstabil und in einem guten Allgemeinzustand sind. Bisher konnten Forscher noch nicht eindeutig belegen, dass diese Therapiemethode bei Lungenkrebs tatsächlich wirksam ist.

Gentherapie: Behandlung der Zukunft

Die Genforschung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Weil als gesichert gilt, dass Tumoren aufgrund genetischer Veränderungen der Zellen entstehen, arbeiten Forscher daran, die veränderten Gene irgendwann durch gesundes Erbmaterial ersetzen zu können. Die Gentherapie steht zwar noch am Anfang, aber die Ärzte und Wissenschaftler erhoffen sich davon völlig neue Behandlungsperspektiven.

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Nachsorge gibt Sicherheit

Die Nachsorge bei Lungenkrebs startet nach der eigentlichen Therapie. Der Tumor wurde operiert, Chemo- und/oder Strahlentherapie sind nun abgeschlossen. Die Nachsorge durch Ihren behandelnden Arzt verfolgt zwei wichtige Ziele: Zum einen soll dadurch ein Rückfall so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Außerdem ist es wichtig, Ihnen die Möglichkeit zu geben, Ihre Ängste und Sorgen sowie Ihren Umgang mit Einschränkungen besprechen zu können und Hilfe bei der Bewältigung der schweren Erkrankung zur erfahren.

Untersuchungsabstände werden größer


In den ersten beiden Jahren nach der Diagnose und Therapie wird Ihr Arzt Sie etwa alle drei Monate zur Untersuchung einladen, danach werden die Abstände größer. Einen festgelegten Plan gibt es nicht. Wenn Sie ein kleinzelliges Lungenkarzinom haben, werden Sie in kürzeren Abständen zur Nachsorge bestellt.

Ihr Arzt nimmt sich Zeit für Sie

Bei der Nachsorgeuntersuchung erkundigt sich der Arzt nach Beschwerden wie Atemnot, Husten, Auswurf, Heiserkeit sowie Gewichtsverlust und Schmerzen. Neben der körperlichen Untersuchung umfasst die Nachsorgeuntersuchung auch eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Computertomografie des Brustkorbs, eventuell auch eine Bronchoskopie und Ultraschalluntersuchung der Leber.

Tumormarker zeigen Veränderung frühzeitig an

Im Rahmen der Krebsnachsorge werden gelegentlich auch die Tumormarker im Blutserum bestimmt, insbesondere wenn vor der Behandlung eine Erhöhung gemessen wurde. Ein Anstieg des Wertes kann ein Hinweis auf ein Wiederauftreten des Tumors oder auf eine Metastasierung sein.
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Operationsteam
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Ist der nicht-kleinzellige Lungentumor kleiner als vier Zentimeter, reicht meist eine Operation. Eine Nachbehandlung erübrigt sich.
infusion
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Hochwirksame Antikrebs-Substanzen sollen den Tumor zerstören. Sie werden meist als Infusion direkt in den Blutkreislauf gegeben.
Infusion
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Hochwirksame Medikamente, die für die Chemotherapie eingesetzt werden, können massive Nebenwirkungen aufweisen. Magen- und Darmprobleme, aber auch Haarausfall gehören zu den häufigsten.
Pipettieren im Labor
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Neue Arzneiwirkstoffe sollen Lungenkrebs zerstören, ohne dass eine Operation erfolgen muss. Es gibt verschiedene neue Therapie-Ansätze, um die Heilungschancen von Lungenkrebs in Zukunft zu verbessern.
Arzt schreibt Rezept
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Anfangs sind Untersuchungen im Abstand von drei Monaten nötig. Diese Nachsorge ist wichtig, um so früh wie möglich zu erkennen, falls sich erneut Krebs gebildet hat – aber auch um Ängste des Patienten zerstreuen zu können.