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descriptionGrafik: Lunge
Er gilt als der gefährlichste Krebs und ist vor allem bei Frauen auf dem Vormarsch. Der Grund: Rauchen – es kann das Risiko bis zu 30-fach erhöhen.
descriptionRöntgenbild der Lunge
Erst im Spätstadium kann sich Lungenkrebs mit Husten und Schmerzen bemerkbar machen. Bildgebende Verfahren und Labortests schaffen früher Gewissheit.
descriptionMikroskop
Welches Stadium hat der Tumor und in welchem Lungenbereich wächst er? Diese Fakten entscheiden über Therapiemaßnahmen und Heilungschancen.
descriptionOperationsbesteck
Skalpell, Strahlen und Substanzen eliminieren den Tumor. Große Hoffnung richtet sich auf neue, sanftere Therapien, die den Tumor aushungern oder bekämpfen.
descriptionZigarette
Jeder, der sich gegen das Rauchen entscheidet, entschärft sein persönliches Lungenkrebsrisiko massiv. Tipps für den Weg ins rauchfreie Leben.
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Risiko für Raucher und Nichtraucher

Aufklärungskampagnen über die schädliche Wirkung des Rauchens und Warnungen auf Zigarettenschachteln sind offensichtlich ohne Wirkung. Die Nikotinsucht scheint ungebrochen, und vor allem Frauen greifen immer öfter zum Glimmstängel. Lungenkrebs ist die Folge.

Im Überblick



Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sprechen eine deutliche Sprache: Lungenkrebs ist in Deutschland weiterhin die dritthäufigste Krebserkrankung. Von den jährlich über 46.000 Neuerkrankungen entfallen 33.000 auf Männer. Während Lungenkrebs bei Männern rückläufig ist, steigen die Zahlen bei Frauen jedoch an. Der Grund: Immer mehr Frauen rauchen und beginnen früher damit als noch vor wenigen Jahrzehnten. Lungenkrebs ist außerdem die am häufigsten tödlich endende Krebserkrankung: Jährlich sterben in Deutschland mehr als 40.000 Menschen daran.
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Heilungschancen sind gering

Bei keiner anderen Krebsart ist der Hauptrisikofaktor so gut und so lange bekannt wie bei Lungenkrebs: das Rauchen. Das Erkrankungsrisiko lässt sich mit einer einfachen Gleichung ausdrücken: Anzahl der gerauchten Zigaretten in Packungen täglich mal Dauer des Rauchens in Jahren ergibt die sogenannten „Packungsjahre“. Je größer deren Zahl, desto größer ist das Lungenkrebsrisiko. Nach Expertenschätzungen sind bis zu 90 Prozent der Lungenkrebsfälle bei Männern und bis zu 60 Prozent bei Frauen auf das Rauchen zurückzuführen. Deshalb ist Nichtrauchen die beste Vorbeugung gegen Lungenkrebs. Denn ist der Krebs erst einmal da, stehen die Chancen für eine Heilung nicht gut: Nur 15 Prozent der männlichen und 18 Prozent der weiblichen Lungenkrebspatienten überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnosestellung.
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Öffentliches Rauchverbot schützt Nichtraucher

Aber nicht nur Raucher sind gefährdet, der Qualm schädigt auch die Lungen ihrer Mitmenschen. Passivrauchen zählt ebenso wie Rauchen zu den Risikofaktoren für Lungenkrebs. Der Schutz der Nichtraucher spielt beim Kampf gegen den Lungenkrebs deshalb eine entscheidende Rolle.

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Die Ursachen – Rauchen, Asbest und Feinstaub

Wie bei anderen Krebsarten gibt es auch für Lungenkrebs keine alleinige Ursache. Damit Zellen plötzlich ungebremst und zerstörerisch wachsen können, muss vorher ihr „innerer Plan“ durcheinandergebracht worden sein. Forscher entdecken immer neue Details auf dem Weg zu dieser fatalen Umprogrammierung der zelleigenen Erbsubstanz, die die Informationen für alle Wachstums- und Regenerationsprozesse der kleinsten Körperbausteine in sich trägt. Lungenkrebs zählt zu den wenigen Krebsarten, bei denen die Wissenschaftler schon sehr genau sagen können, welche Hauptrisikofaktoren zur Krebsentstehung beitragen.

Krebsauslösende Stoffe

Wichtigster Risikofaktor ist der Zigarettenrauch. Zirca 40 krebsauslösende Substanzen sind darin enthalten. Das Krebsrisiko eines Rauchers nimmt in Abhängigkeit von der Anzahl der pro Tag gerauchten Zigaretten und der Zahl der „Raucherjahre“ bis zum 20- bis 30-Fachen eines Nichtrauchers zu. Von der ersten Zigarette bis zum regelmäßigen Rauchen ist es oft nur ein kleiner Schritt mit fatalen Folgen: Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre später an Lungenkrebs. Das Risiko steigt umso stärker, je früher man mit dem Rauchen beginnt. Bei Zigarren- und Pfeifenrauchern liegt das Risiko etwas niedriger.

Rauchstopp: in jedem Alter ein Gewinn

Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören: Etwa zehn Jahre, nachdem ein starker Raucher das Rauchen aufgegeben hat, ist sein Lungenkrebsrisiko bereits auf das Fünffache des Nichtraucherrisikos gesunken. Aber auch das Passivrauchen in stark verrauchten Räumen bringt ein höheres Lungenkrebsrisiko mit sich. So zeigt sich bei Frauen, die dem Rauch ihrer Partner ausgesetzt sind, ein etwa 24 Prozent höheres Risiko und für Männer ein 37 Prozent höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Etwas niedriger liegt das Risiko, wenn Personen am Arbeitsplatz dem Rauch ausgesetzt sind: etwa 12 bis 19 Prozent höher als bei Menschen, die nicht passiv rauchen. 

Schadstoffe in der Außenluft

Der berufliche Umgang beziehungsweise das Einatmen von Schadstoffen wie Asbest, Arsen, Nickel, Chrom und aromatischen Kohlenwasserstoffen können das Lungenkrebsrisiko ebenfalls erhöhen, besonders wenn zusätzlich geraucht wird. Für Asbest ist der Zusammenhang zwischen Exposition und Lungenkrebsentstehung am besten belegt. Auch das radioaktive Edelgas Radon steigert das Lungenkrebsrisiko. Die Radonkonzentration in Innenräumen ist besonders in Gegenden mit Uranbergbau wie etwa im Erzgebirge nachweislich erhöht. Das Gas gelangt aus der Erde durch Risse im Mauerwerk oder schlecht abgedichtete Leitungen in die Wohnungen. Wandabdichtungen oder häufiges Lüften können die Radonbelastung etwas verringern. Auch die Außenluftschadstoffe Dieselruß bezieuhngsweise Feinstaub erhöhen das Lungenkrebsrisiko etwa um das 1,5-Fache.

Empfindlichkeit liegt in den Genen

Wie auch bei allen anderen Krebserkrankungen spielt die erbliche Veranlagung eine Rolle bei der Entstehung eines Lungenkarzinoms. Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, welche genetischen Veränderungen nun genau mit einem erhöhten Risiko für diese Krebsform einhergehen. Wahrscheinlich erkranken Menschen, die von Geburt an besonders empfindlich auf Schadstoffe reagieren, eher an Lungenkrebs. Das trifft insbesondere auf Raucher zu: Wer von Geburt an empfindlich ist und obendrein noch raucht, ist außerordentlich gefährdet, an Lungenkrebs zu erkranken.

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Rauchende Frau
© Shutterstock
Lungenkrebs trifft immer mehr Frauen – bei Männern sind die Zahlen rückläufig. Denn immer mehr Frauen entscheiden sich bereits in jungen Jahren für die Zigarette.
Zigaretten
© iStockphoto
Das Krebsrisiko steigt mit der Anzahl der täglich konsumierten Zigaretten. Dabei sprechen Experten von so genannten „Packungsjahren“. Das ist die Anzahl der gerauchten Zigaretten in Packungen mal Dauer des Rauchens in Jahren.