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descriptionBeine
Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel und Übergewicht verändern die Venen gefährlich. Krampfadern entstehen und Gewebe kann absterben.
descriptionUltraschallgerät
Dicke, schmerzende Beine, Besenreiser und Krampfadern sind typische Zeichen für Venenprobleme. Mit Ultraschall erkennt der Arzt, was die Ursache ist.
descriptionKastanien
Schwache Venen kann man stärken – von innen und außen, mit Heilpflanzen, Enzymen, Wasseranwendungen und speziellen Druckverbänden.
descriptionInfusionskanüle
Große Schnitte sind nicht mehr nötig: Verödungsschaum, Stripping, Laserstrahl oder Radiowellen lassen kranke Venen verschwinden.
descriptionSportschuhe schnüren
Bewegung, Abnehmen und öfter mal die Beine hochlegen – diese Maßnahmen helfen, eine Venenerkrankung zu vermeiden oder ihr Fortschreiten hinauszuzögern.
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Riskanter Druck in den Beinen

Viele Menschen haben nur eine leichte Venenschwäche. Doch jede dritte Frau und jeder sechste Mann leiden unter Krampfadern (Varizen). Mögliche Folgeerkrankungen von Krampfadern sind Entzündungen der oberflächlichen Venen oder Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris). Auf längere Sicht können sich auch Ernährungsstörungen der Haut und Ekzeme einstellen.

Im Überblick



Wie Venen das Blut zum Herzen transportieren

Die Arterien transportieren das Blut vom Herzen weg in alle Körperregionen, die Venen leiten das Blut wieder zum Herzen zurück. Die Pumpleistung des Herzens kommt vor allem den Arterien zugute, in die Venen gelangt nur noch ein geringer Restdruck. Gerade in den Beinvenen reicht dieser Druck nicht aus, um das Blut hinauf zum Herzen zu pressen. Es sind weitere Mechanismen notwendig:

Atmung
Während des Einatmens entsteht im Brustraum ein Unterdruck, der das venöse Blut in Richtung Herz ansaugt.

Bewegung
Auch die Muskeln fördern den Rücktransport des Blutes zum Herzen: So wird das Blut in den Venen des Unterschenkels durch die wechselnde Anspannung der Muskulatur beim Laufen in Richtung Herz gepumpt, Mediziner nennen diesen Mechanismus auch Muskelpumpe. Bewegung ist also sehr wichtig für einen gesunden, reibungslosen Ablauf der Venentätigkeit.

Druck der Arterien
Die Arterien tragen ebenfalls zum Rücktransport des Venenbluts zum Herzen bei: Die Schwingungen pulsierender Arterien, die dicht neben den Venen verlaufen, übertragen sich auf die Venenwände und drücken – ähnlich wie angespannte Muskeln – die Venen zusammen. Außer der Muskelpumpe gibt es also auch noch eine Arterienpumpe.

Venenklappen
Zudem sind die Venen mit taschenförmigen Klappen ausgestattet. Die Venenklappen hemmen den Rückfluss des Bluts, wenn das Blut in einer Sogpause oder bei Gegendruck – etwa beim Anspannen der Bauchmuskulatur – absinken will. Die Venenklappen befördern das Blut von einem Venenabschnitt zum nächsten in Richtung Herz. Es gibt in den Venen des Unterschenkels viel mehr solcher Klappen als im Oberschenkel- und Beckenraum, dicht vor dem Herzen fehlen sie dann völlig. Das ist leicht zu erklären: Je weiter die Venen vom Herzen entfernt liegen, desto mehr müssen sie gegen den Blutrückfluss und die Schwerkraft arbeiten.
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So entstehen Venenprobleme

Der Transport des Bluts aus den Beinen gegen die Schwerkraft Richtung Herz wird also vor allem durch die Muskelpumpe und die Venenklappen ermöglicht. Wenn wir uns bewegen, drückt die Muskelpumpe das Blut in Richtung Herz. Die Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut nicht mehr zurückfließt. Dieses Prinzip funktioniert nur bei ausreichend Bewegung optimal. So werden bei langem Stehen die Beine schnell schwer und schwellen möglicherweise an. Es kommt zum Blutstau, weil die Muskelpumpe nicht ausreichend arbeitet.

Das größere Blutvolumen wiederum übt mehr Druck auf die Venenwände aus. Schwache Venenwände können dem nicht standhalten und werden überdehnt. Durch den vergrößerten Durchmesser der Gefäße wiederum können die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Da sich die Venen nicht aus eigener Kraft verengen können, werden sie nach und nach immer weiter gedehnt. Bereits hochgepumptes Blut fließt dann teilweise wieder zurück und verstärkt den Blutrückstau in den Beinen. Auf die Venenwände wird so noch mehr Druck ausgeübt. Ein Teufelskreis entsteht. Aus dem normalerweise völlig gestreckten Verlauf der Venen wird eine Schlängelung. Sie tritt unter der Haut hervor, ist deutlich sichtbar und fühlbar, kann stellenweise sogar knotig verdickt sein.
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Risikofaktoren von Bewegungsmangel bis Schwangerschaft

Der Risikofaktor Nummer eins für Krampfadern ist die Bindegewebsschwäche. Das Bindegewebe umgibt und stützt die oberflächlichen Venen. Ist es geschwächt, so erweitern sich die Venen zunehmend und sacken aus – es kommt zu Krampfadern. Die Bindegewebsschwäche ist fast immer genetisch bedingt: Bei 90 Prozent aller Patienten findet sich eine familiäre Veranlagung.

Weitere Faktoren, die Krampfadern fördern:

Bewegungsmangel (überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten)
Die Muskelpumpe des Unterschenkels trägt wesentlich zum Transport des Bluts bei. Doch wer im Beruf ausschließlich sitzt oder steht, im Auto zur Arbeit fährt und obendrein in der Freizeit viele Stunden vor dem Fernseher verbringt, lässt die Muskelpumpe ungenutzt.

Übergewicht
Zusätzliche Pfunde üben starken Druck auf die Beckenvenen aus – dieser fördert ebenfalls Krampfadern.

Schwangerschaft
Auch das Baby im Mutterleib übt einen starken Druck auf die Beckenvenen aus, zudem wirkt das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf die Venenwände, sodass sich die Venen entsprechend weiten.

Geschlecht
Zwei Drittel der Krampfadern-Patienten sind Frauen, nur ein Drittel Männer.

Alter
Mit den Jahren wird das Bindegewebe schwächer – damit steigt auch das Krampfadern-Risiko. Als entscheidender Risikofaktor wird außerdem oft eine ballaststoffarme Ernährung diskutiert. Es gibt allerdings keine wissenschaftlichen Belege für diese Annahme.
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Neben diesen Ursachen gibt es auch noch die sekundäre Varikosis. Sie entsteht bei Abflussbehinderungen im Gefäßsystem, beispielsweise durch einen Tumor im Beckenbereich oder durch einen Thrombus in einer tiefen Leitvene.
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Von Besenreisern bis Stammvenenkrampfadern

Krampfadern – diese Diagnose sagt zunächst nicht viel aus. Für die Therapie ist es wichtig zu wissen, um welche Art von Krampfadern es sich handelt.

Besenreiser: ein kosmetisches Problem
Besenreiser sind winzige, in der Haut liegende Venen, die keine Krankheit darstellen, aber als Vorboten von Krampfadern gelten, da sie bereits in ihrer Funktion gestört sind. Sie treten vor allem an der Außenseite und der Vorderseite der Oberschenkel auf. Es handelt sich um bläulich-rötlich schimmernde Verästelungen direkt in der Haut, die oft aber gar keinen Zusammenhang mit anderen Krampfadern haben. Sind etwas größere Venen betroffen, fallen sie oft netzförmig als retikuläre Varizen auf. Von Besenreisen sind fast nur Frauen betroffen. Besenreiser sind oberflächliche Venenerweiterungen der Haut. Sie müssen nicht zwingend operiert werden. Patienten erwägen jedoch oft aus kosmetischen Gründen eine Verödungstherapie (Sklerosierungstherapie).

Krampfadern: überdehnte oberflächliche Beinvenen
Wenn der Blutrückstau das Fassungsvermögen der Venen überschreitet, tritt Flüssigkeit aus den Venen ins umliegende Beingewebe aus. Fachleute sprechen dann von Ödemen. Die Beine schwellen dabei an und aus den stark überdehnten oberflächlichen Beinvenen entstehen Krampfadern. Der Blutstau und die Überdehnung der Venen können auch auf die großen, tiefer liegenden Blutgefäße übergreifen. So kann man Ödeme erkennen: Drückt man mit dem Finger in ein Ödem, entsteht eine Delle, die sich nur langsam zurückbildet. Wer glaubt, unter Krampfadern zu leiden, sollte darüber möglichst bald mit seinem Arzt sprechen. Typische Symptome sind ein häufiges Schweregefühl, Schmerzen und Stechen in den Beinen. Dringend ist ein Arztbesuch bei starken Schmerzen, Wunden sowie geschwollenen Beinen.

Seitenastkrampfadern: je nach Ausprägung sind sie therapiebedürftig

Bei den Seitenastkrampfadern sind kleine, unter der Haut liegende Venen und Seitenäste der oberflächlichen Stammvenen isoliert erweitert und können ein Netz von Krampfadern überall am Bein bilden. Sie treten häufig als isoliertes Krankheitsbild, aber auch in Kombination mit Stammvenenkrampfadern auf. Nur wenn sie stark ausgedehnt sind, ist eine Behandlung notwendig.

Stammvenenkrampfadern: in jedem Fall behandlungsbedürftig
Dagegen sind Stammvenenkrampfadern oft sehr störend und auch schmerzhaft. Sie zeigen sich meistens an der Innenseite des Unterschenkels, vor dem Schienbein und teilweise an der Rückseite der Wade. Diese geschlängelten Krampfadern treten zum Teil fingerdick hervor, oft bilden sie regelrechte Knäuel. An schlanken Beinen ist die geschlängelte Krampfader bis zur Leiste zu erkennen. Sie entsteht folgendermaßen: Zuerst schließt die erste Klappe, auch Schleusenklappe genannt, nicht mehr. Das Blut trifft auf die nächste, noch intakte Klappe, die aber ebenfalls bald nicht mehr standhalten kann. So wird von der Leiste abwärts die ganze Stammvene mit ihren Seitenästen am Unterschenkel ausgedehnt und erweitert, die Klappen verlieren ihre Funktion. Stammvenenkrampfadern gehören unbedingt in ärztliche Behandlung, da sie zu schweren Venenleiden führen können.
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Grafik: Blutgefäße
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Die Venen transportieren das Blut zum Herzen zurück. Die Pumpleistung des Herzens hält diesen Kreislauf in Schwung. Bis in die Beinvenen reicht sie jedoch kaum, deshalb ist hier Unterstützung nötig, etwa durch die Muskeln.
Grafik: Krampfader und gesunde Vene
© doc.med Medien GmbH
Wenn die Venenklappen nicht mehr richtig arbeiten, staut sich das Blut in der Vene zurück.
Besenreißer
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Besenreiser sind ein Anzeichen für eine Venenschwäche, sind aber keine Krankheit und müssen nicht operiert werden.
Krampfadern
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Krampfadern sollten unbedingt behandelt werden, da sie zu schweren Venenleiden führen können.