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descriptionMüder Mann
Blässe und Abgeschlagenheit sind ist die wichtigsten, aber auch die unspezifischsten Indizien für Blutarmut. Für die sichere Diagnose sind Bluttests nötig.
descriptionSpinat
Eisenmangel ist meist die Ursache einer Anämie. Frauen sind besonders betroffen. Die Menstruation und unausgewogene Ernährung spielen eine Rolle.
descriptionMann schneidet Paprika
Fehlen Vitamin B12 und Folsäure in der Ernährung, vergrößern sich die roten Blutkörperchen – eine Megaloblastäre Anämie entsteht.
descriptionGrafik: Blutzellen
Die roten Blutkörperchen verändern sich, arbeiten nicht mehr richtig und werden schneller abgebaut – das sind die Kennzeichen einer „Hämolytischen Anämie“.
descriptionGrafik: Nieren
Manchmal liegt die Ursache einer Anämie in kranken Nieren, die ein Hormon nicht mehr herstellen können, das die Bildung von roten Blutkörperchen regelt.
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Gefahr für Vegetarier und Frauen

Etwa 80 Prozent aller Anämien gehen auf das Konto eines Eisenmangels. Betroffen sind vor allem Frauen – fünf bis zehn Prozent haben damit zu kämpfen, während nur höchstens zwei Prozent der Männer an einer Eisenmangelanämie leiden. Die Gründe für den Eisenmangel sind unterschiedlich.

Im Überblick



Warum Eisen so wichtig ist

Ohne Eisen kein roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) – ohne Hämoglobin keine Sauerstoffversorgung der Zellen – ohne Sauerstoff kein Leben. So einfach ist die Formel. Und so komplex ist das, was dahintersteckt: Im Körper eines Erwachsenen befindet sich die winzige Menge von zwei bis vier Gramm Eisen – das meiste davon ist in das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen eingebunden. Weil wir auch jeden Tag ein bisschen Eisen ausscheiden – mit dem Stuhl, dem Urin und dem Schweiß –, müssen wir es auch immer wieder ersetzen. Das geschieht von uns ganz unbemerkt über die Ernährung. Mit einer gesunden Mischkost nehmen wir gerade so viel auf, wie der Organismus für den „Normalbetrieb“ braucht – ein Mehrbedarf aufgrund einer Anämie kann durch die Ernährung allein im Allgemeinen nicht abgedeckt werden.
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Eisen und Ernährung

Sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrungsmittel enthalten Eisen. Die Form allerdings ist unterschiedlich: Tierisches Eisen kann besser vom Körper aufgenommen werden. Aus diesem Grund können strenge Vegetarier leicht Probleme mit der Eisenversorgung bekommen und Zeichen einer Anämie entwickeln. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt einen täglichen Eisenbedarf bei Frauen von 15 Milligramm an, bei Männern liegt er bei zehn Milligramm. Am besten wird der Eisenbedarf durch eine abwechslungsreiche Mischkost gedeckt. Besonders eisenreich sind:
  • Schweineleber und -nieren
  • Hirse
  • Kalbsleber
  • Amaranth
  • Gewürze (zum Beispiel getrockneter Koriander, Petersilie, Pfeffer, Zimt)
  • Sesam
  • Mohn
  • Weiße Bohnen
  • Getrocknete und geschwefelte Aprikosen
  • Erbsen
  • Nüsse
  • Knäckebrot
  • Haferflocken
  • Spinat
  • Vollkornbrot
  • Rindfleisch
Vitamin C fördert Eisenaufnahme
Vitamin C kann die Resorption von Eisen ganz erheblich verbessern. Einmalige oder gelegentliche Gaben reichen dafür natürlich nicht aus, wie eine indische Studie zeigt. Vegetarische Kinder, die unter Eisenmangel litten, sollen keine Symptome mehr gezeigt haben, nachdem sie zwei Monate lang zum Mittag- und Abendessen 100 Milligramm Vitamin C bekommen hatten – und das, obwohl sich an ihrer vegetarischen Kost nichts geändert hatte. 100 Milligramm Vitamin C sind übrigens leicht zu ergänzen: Schon ein Glas (200 Milliliter) frisch gepresster Orangensaft, 100 Gramm Broccoli oder ein paar Streifen roher roter Paprika reichen aus. Damit das Vitamin C die Eisenaufnahme unterstützen kann, sollte es möglichst zusammen mit eisenreichen Lebensmitteln genossen werden, so zum Beispiel in Form eines Gerichtes mit weißen Bohnen und frischem rotem Paprika. Streut man noch etwas Petersilie darauf, hat man von beidem mehr: Eisen und Vitamin C.

Was die Eisenaufnahme bremst
Wenn man generell etwas unter Eisenmangel leidet, kann das an ganz alltäglichen Ernährungsgewohnheiten liegen – Kaffee und schwarzer Tee z.B. hemmen die Aufnahme von Eisen ganz erheblich. Wer sich bewusst eisenreich ernähren möchte, sollte hier vielleicht umdenken. Vegetarier, die ja auf die wichtigsten Eisenlieferanten, Fleisch und Wurst, bewusst verzichten, brauchen andere Eisenquellen.
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Eisenmangelanämie durch Blutverluste

Am häufigsten kommt es zu Eisenmangel durch einen größeren Blutverlust. Akute Blutungen durch Verletzungen bei einem Unfall zum Beispiel können dafür verantwortlich sein, sehr viel häufiger sind es aber dauerhafte Blutungen, bei denen es, oft unbemerkt, über längere Zeiträume hinweg zu ständigen kleinen Blutverlusten kommt – bei Geschwüren in Magen oder Darm etwa, Hämorrhoiden, Parasiten, Tumoren oder Magenschleimhautentzündungen. Auch starke Periodenblutungen können zu einem Eisenmangel und damit zur Anämie führen. Frauen im gebärfähigen Alter haben deswegen oft einen erhöhten Eisenbedarf.

Gibt es typische Symptome?

Neben den charakteristischen Symptomen einer Anämie macht sich die Eisenmangelanämie zusätzlich bemerkbar durch:
  • eine Neigung zu eingerissenen Mundwinkeln, den sogenannten Mundwinkelrhagaden
  • brüchige Haare und splitternde Nägel
  • Selten: Plummer-Vinson-Syndrom mit Schluckbeschwerden, Zungenbrennen und Nagelveränderungen
Eisenmangelanämie durch akute Blutverluste
Wenn es zum Beispiel durch einen Unfall zu großen Blutverlusten gekommen ist, steht natürlich die Versorgung der blutenden Wunde im Vordergrund. Oft ist es dann auch nötig, Blutkonserven zuzuführen und somit den Blutvolumenmangel, der die eigentliche Ursache der Anämie ist, zu beheben.

Eisenmangelanämie durch unklare Blutverluste
Kommt eine Patientin oder ein Patient mit Symptomen einer Anämie in die ärztliche Praxis, wird zunächst Blut für ein kleines Blutbild abgenommen, um abzuklären, ob tatsächlich eine Blutarmut vorliegt und eventuell schon erste Aufschlüsse über ihre Ursache zu gewinnen. Bestätigt sich durch die Blutuntersuchung der Verdacht auf eine Anämie, ohne dass sich die klare Ursache dafür erkennen lässt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Beispielsweise kann man mit einer Gastroskopie abklären, ob etwa ein blutendes Magengeschwür zu kleinen, aber stetigen Blutverlusten führt, und eine Koloskopie hilft, Blutungsquellen im Darm auszuschließen.

Eisenmangel im Rahmen von Zyklusstörungen
Starke und verlängerte Monatsblutungen – Fachleute sprechen dann von einer Menorrhagie – können schnell dazu führen, dass die Eisendepots im Körper aufgebraucht sind und auch das mit der Nahrung zugeführte Eisen nicht ausreicht, um genügend Hämoglobin zu bilden. Die Behandlung einer Menorrhagie gehört in die Hand einer Frauenärztin oder eines Frauenarztes. Neben der Gabe von Eisenpräparaten zur Behandlung der Anämie ist die Therapie von der auslösenden Ursache abhängig.
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Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft

Eine leichte Anämie in der Schwangerschaft ist durchaus nicht ungewöhnlich und meist kein Grund zur Sorge. Das Baby, das im Bauch der Mutter wächst und gedeiht, braucht Eisen – und das nimmt es sich von der Mutter. Je größer es ist, umso höher ist sein Eisenbedarf. Deswegen sind leichte Anämien vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte so häufig. Aber es gibt auch noch andere Gründe:
  • In der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen zu – um etwa einen Liter. Die Bildung roter Blutkörperchen kann da oft nicht mithalten, sodass das Blut regelrecht „verdünnt“ ist und deswegen relativ wenig Sauerstoff transportiert werden kann.
  • Auch Folsäure kann eine Ursache für die Anämie sein. Folsäure ist ein B-Vitamin und unverzichtbar für die Bildung von Erythrozyten. Wenn sie fehlt, kann es zur Anämie kommen. Da die Folsäure aber auch so wichtig für die Entwicklung des Kindes ist – ein Mangel kann zu Missbildungen, dem sogenannten „offenen Rücken“ (Spina bifida) beim Ungeborenen führen – wird generell empfohlen, vier Wochen vor und bis zu zwölf Wochen nach der Empfängnis Folsäuretabletten einzunehmen.
Symptome von Anämie in der Schwangerschaft
Neben den allgemeinen Symptomen einer Anämie kann es bei einer ausgeprägten Blutarmut in der Schwangerschaft zu Herzklopfen – besonders nachts – und Schwindel kommen.

Therapie der Anämie in der Schwangerschaft

Neben der wichtigen Einnahme von Folsäure kann man sehr viel mit einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung für sich tun!
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Salat mit Tomaten
© Shutterstock
Vegetarisch: Wer ganz auf Fleisch und Wurst verzichten will, kann mit viel eisenreichem Gemüse, Hülsenfrüchten und Kräutern einem Eisenmangel vorbeugen.
Orangensaft
© Shutterstock
Eisenaufnahme: Vitamin-C-reiches Obst und Gemüse verbessert die Resorption von Eisen im Körper ganz erheblich.
Tampon
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Immer müde: Starke Regelblutungen können schnell zu einer Anämie führen.
Schwangerschaftsbauch
© Shutterstock
Häufig: Gerade in der zweiten Schwangerschaftshälfte leiden viele werdende Mütter unter einer leichten Eisenmangelanämie.