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descriptionMüder Mann
Blässe und Abgeschlagenheit sind ist die wichtigsten, aber auch die unspezifischsten Indizien für Blutarmut. Für die sichere Diagnose sind Bluttests nötig.
descriptionSpinat
Eisenmangel ist meist die Ursache einer Anämie. Frauen sind besonders betroffen. Die Menstruation und unausgewogene Ernährung spielen eine Rolle.
descriptionMann schneidet Paprika
Fehlen Vitamin B12 und Folsäure in der Ernährung, vergrößern sich die roten Blutkörperchen – eine Megaloblastäre Anämie entsteht.
descriptionGrafik: Blutzellen
Die roten Blutkörperchen verändern sich, arbeiten nicht mehr richtig und werden schneller abgebaut – das sind die Kennzeichen einer „Hämolytischen Anämie“.
descriptionGrafik: Nieren
Manchmal liegt die Ursache einer Anämie in kranken Nieren, die ein Hormon nicht mehr herstellen können, das die Bildung von roten Blutkörperchen regelt.
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Anämien: Sauerstoffmangel im Blut

Die Anämie (Blutarmut) ist nur ein Symptom, hinter dem sich viele ganz unterschiedliche Krankheiten verbergen können. Die Folgen einer Anämie sind aber immer gleich: Das Blut kann nicht mehr genügend Sauerstoff transportieren und es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung der Organe.

Im Überblick



Was die roten Blutkörperchen mit der Anämie zu tun haben

Die Ursachen einer Anämie sind ausgesprochen vielfältig. In ihrem Zentrum stehen die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, die die Mehrzahl der Blutzellen ausmachen. Wenn man sich zum Beispiel aus Versehen mit einer Nadel in die Fingerspitze sticht, enthält der kleine Blutstropfen, der dann austritt, schon etwa fünf Millionen Erythrozyten. Ohne Erythrozyten könnten wir nicht atmen – genauer gesagt: Wir könnten zwar den lebensnotwendigen Sauerstoff mit der Luft aufnehmen, er könnte aber nicht in die Zellen gelangen und diese würden regelrecht ersticken. Denn die roten Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, das den Sauerstoff aus der Atemluft bindet. Die Erythrozyten transportieren ihn dann in jede einzelne Zelle unseres Organismus.

Die roten Blutkörperchen sind in ihrer äußeren Form hervorragend für diese wichtige Aufgabe ausgestattet: Sie sehen aus wie winzig kleine, flache Scheiben, die sich leicht verformen und so auch die feinsten Haargefäße unseres Kreislaufs mit Leichtigkeit passieren können.

Der Lebenszyklus der Erythrozyten

Rote Blutkörperchen leben etwa 120 Tage und müssen deswegen beständig durch neue ersetzt werden. Damit immer ausreichend davon zur Verfügung stehen, muss der Körper Tag für Tag etwa 200 Milliarden rote Blutkörperchen bilden. Damit dieses Kunststück gelingt, braucht er
  • das Hormon Erythropoetin, das hauptsächlich in der Niere gebildet wird. Ist die Sauerstoffsättigung des Blutes zu niedrig, reagieren die Nieren prompt: Sie können dann so viel mehr Erythropoetin bilden, dass die Produktion von roten Blutkörperchen auf das bis zu zehnfache gesteigert werden kann.
Sind die Erythrozyten „alt“ geworden, werden sie vor allem von der Milz, aber auch von der Leber abgebaut. Diesen Prozess bezeichnet man als Hämolyse – die Auflösung des Hämoglobins. Dabei entsteht der Gallenfarbstoff Bilirubin, der über die Gallenblase an den Darm abgegeben und mit dem Stuhl ausgeschieden wird.
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Typische Symptome der Anämie

Die große Bedeutung, die die Erythrozyten für die Sauerstoffversorgung des Organismus und damit für unser Überleben haben, macht deutlich, warum jede Beeinträchtigung – sei es, dass durch Blutverlust schlicht zu wenige davon da sind, sei es, dass sie in irgendeiner Phase ihrer Entwicklung gestört werden – sich früher oder später auf unser Wohlbefinden auswirkt.

Das häufigste und zugleich das unspezifischste Symptom der Anämie ist die Blässe. Weil sie allein aber noch viel zu allgemein ist, um den Verdacht auf Blutarmut zu bestätigen, schaut man etwas genauer hin: Wie sieht es mit den Schleimhäuten aus – zum Beispiel wenn man das Unterlid etwas nach unten zieht? Sind sie ebenfalls blass, sogar fast weißlich? Wenn ja, hat man schon einen starken Hinweis auf eine Anämie. Kommen noch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Frieren, Konzentrationsprobleme, Schwindel, Herzklopfen und Atemnot zum Beispiel beim Treppensteigen hinzu, sieht alles danach aus, als ob der Körper den Mangel an Sauerstoff im Blut damit auszugleichen versucht, dass das Blut schneller fließt. Häufig kann man das sogar hören: Dann „rauscht“ es in den Ohren.

Neben diesen typischen allgemeinen Symptomen gibt es weitere Krankheitszeichen, die von der Form der Anämie, d.h. von der dahinterliegenden Ursache, abhängen – eine schwere Anämie ist dabei aber nicht unbedingt ein Indiz für eine schwere Grunderkrankung und umgekehrt.
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Diagnostik bei Anämien

Typische Symptome einer Anämie sind noch kein Nachweis einer Anämie. Dazu braucht es eine Reihe von Blutuntersuchungen, mit denen sich nicht nur die Diagnose Anämie sichern lässt, sondern durch die auch schon ersten Hinweise auf die Ursache gewonnen werden können.

Kleines Blutbild

Wer schon einmal im Krankenhaus war, kennt es vielleicht: Das „kleine Blutbild“ gehört sozusagen zum Standardprogramm, weil es schon erste Hinweise auf mögliche Erkrankungen, zum Beispiel Entzündungen, geben kann.

Bestimmung der Erythrozytenzahl
Die Höhe der Erythrozytenzahl im Blut gibt bereits wichtige Hinweise auf die Sauerstoffversorgung des Organismus. Normal ist
  • bei Männern: 4,3–5,6 Mio/ml (4,3–5,6 mmol/l),
  • bei Frauen: 3,9–5 Mio/ml (3,9–5 mmol/l).
Bestimmung von Hämoglobin und Hämatokrit
Eng mit der Konzentration der Erythrozyten im Blut verbunden sind der Hämoglobin- und der Hämatokrit-Wert. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, der Sauerstoff und Kohlendioxid transportiert und deswegen so wichtig für unsere Atmung ist. Der Hämoglobin-Wert, kurz „Hb“ genannt, gibt Auskunft darüber, wie hoch die Hämoglobinkonzentration im Blut ist.
Normal ist:
  • bei Männern: 14–17,5 g/dl (8,7–10,9 mmol/l),
  • bei Frauen: 12–15,5 g/dl (7,5–9,6 mmol/l).
Während der Hb-Wert nur misst, welche Konzentration das Hämoglobin im Blut hat, gibt der Hämatokrit-Wert, kurz „HK“, Auskunft darüber, wie hoch der Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtvolumen des Blutes ist. Deswegen werden beide Werte immer zusammen beurteilt. Ein normaler HK-Wert ist:
  • bei Männern: 42–50 Prozent,
  • bei Frauen: 37–45 Prozent.
Bestimmung der Leukozytenzahl
Die Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen. Zu viele oder zu wenige davon weisen auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen hin. Normal ist ein Wert von 4.000–10.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut.

Bestimmung der Thrombozytenzahl
Thrombozyten werden im Knochenmark gebildet und sind die kleinsten Zellen im Blut. Sie spielen vor allem für die Blutgerinnung eine wichtige Rolle, weil sie kleine Wunden „verkleben“ helfen. Normal sind 135.000–425.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut.

MCV, MCH und MCHC
Diese Werte geben weitere Auskünfte über die roten Blutkörperchen:
  • MCV misst das mittlere Zellvolumen. Normal ist 80–98 fl.
  • MCH misst den mittleren Zellhämoglobingehalt. Normal ist 28–34 pg.
  • MCHC misst die mittlere Zellhämoglobinkonzentration. Normal ist 32–36 g/dl.

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Symptom Anämie und ihre Ursachen

Die möglichen Ursachen, die zu der Störung oder Schädigung der Erythrozyten führen können und damit zur Sauerstoffunterversorgung des Organismus, sind sehr zahlreich. Zusammengefasst kann man folgende Einteilung vornehmen:
  • Anämie aufgrund von Erythrozytenbildungsstörungen
  • Anämie aufgrund eines gesteigerten Abbaus der roten Blutkörperchen
  • Anämie durch Verlust von Erythrozyten
  • Anämie durch Verteilungsstörungen der Erythrozyten

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Blutstropfen auf Fingerkuppe
© Shutterstock
Transporter: Dieser Tropfen Blut enthält bereits um die 5 Millionen rote Blutkörperchen. Sie alle tragen dazu bei, dass der Sauerstoff aus der Atemluft in jede einzelne Zelle des Körpers gelangt.
Wanderer
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Dünne Luft: Wenn die Atemluft weniger Sauerstoff enthält – zum Beispiel in großen Höhen – reagieren die Nieren prompt und bilden mehr Erythropoetin.
Auge
© Shutterstock
Aussagekräftig: Blässe kann viele Ursachen haben. Sind aber die Schleimhäute blass, z.B. am Auge, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine Anämie.