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descriptionMüder Mann
Blässe und Abgeschlagenheit sind ist die wichtigsten, aber auch die unspezifischsten Indizien für Blutarmut. Für die sichere Diagnose sind Bluttests nötig.
descriptionSpinat
Eisenmangel ist meist die Ursache einer Anämie. Frauen sind besonders betroffen. Die Menstruation und unausgewogene Ernährung spielen eine Rolle.
descriptionMann schneidet Paprika
Fehlen Vitamin B12 und Folsäure in der Ernährung, vergrößern sich die roten Blutkörperchen – eine Megaloblastäre Anämie entsteht.
descriptionGrafik: Blutzellen
Die roten Blutkörperchen verändern sich, arbeiten nicht mehr richtig und werden schneller abgebaut – das sind die Kennzeichen einer „Hämolytischen Anämie“.
descriptionGrafik: Nieren
Manchmal liegt die Ursache einer Anämie in kranken Nieren, die ein Hormon nicht mehr herstellen können, das die Bildung von roten Blutkörperchen regelt.
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Anämie durch kranke Nieren

Die Bildung und Reifung unserer roten Blutkörperchen ist ein hoch komplexes Zusammenspiel von vielen Faktoren. Erythropoetin, ein Hormon, das vor allem in der Niere gebildet wird, nimmt darin eine zentrale Stellung ein. Sind die Nieren krank, wird auch dieses Hormon nicht mehr in ausreichenden Mengen gebildet.

Im Überblick



Die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Blut transportieren, sind die größten Zellen unseres Blutes. Damit sie im Knochenmark produziert werden und reifen können, wird das Hormon Erythropoetin benötigt. Dies stellen die Nieren und zu einem kleinen Teil auch die Leber her. Wie viel von diesem Hormon produziert wird, unterliegt einem – von außen betrachtet – sehr einfachen Mechanismus, der sich danach richtet, wie hoch der Sauerstoffgehalt im Blut ist: Ist er niedrig, wird mehr Erythropoetin gebildet und umgekehrt. Entsprechend wird zum Beispiel bei Wanderungen im Hochgebirge, wo die Luft dünn, also weniger sauerstoffreich, ist, mehr Erythropoetin produziert. Dadurch wird die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark angeregt und der Sauerstoffmangel in der eingeatmeten Luft ausgeglichen, weil mehr Sauerstoff transportiert werden kann.

Befinden sich die Nieren, zum Beispiel aufgrund von Infektionen, in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium – man spricht dann von chronischer Niereninsuffizienz – wird auch zu wenig Erythropoetin gebildet, mit der Folge, dass es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen kommt. Häufig kommt auch noch begleitend ein Eisenmangel hinzu. Gemeinsam mit einer verkürzten Lebensdauer der Erythrozyten führt dies zu Blutarmut, der sogenannten renalen Anämie.
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Symptome und Beschwerden

Augenfällig bei einigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ist eine milchkaffeebraune Verfärbung der Haut (cafe-au-lait), zu der es durch Ablagerungen von gelben Harnfarbstoffen kommt. Die Anämie macht sich durch die typischen Anämie-Symptome bemerkbar: Die Patienten sind, vor allem, wenn die Blutarmut ausgeprägt ist, matt, geraten schon bei leichten körperlichen Anstrengungen außer Atem und fühlen häufig starkes Herzklopfen. Hinzu kommen Symptome, die auf das Konto der Niereninsuffizienz gehen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, hoher Blutdruck, sowie Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödeme) und im Körpergewebe.
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Die Diagnose stellen

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz wird im Allgemeinen immer an die Möglichkeit einer Anämie gedacht. Um genauer zu differenzieren und die Schwere der Anämie besser beurteilen zu können, wird ein Blutbild erstellt – typisch ist eine verminderte Zahl von roten Blutkörperchen und Retikulozyten. Zusätzlich werden noch weitere Blutwerte bestimmt, die beispielsweise Aussagen über den Eisenhaushalt und die Nierenfunktion zulassen.
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Therapie

Während einerseits die Behandlung auf die Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit und Giftstoffen abzielt – bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz ist das oft nur im Rahmen einer Dialyse möglich –, muss andererseits die nierenbedingte Blutarmut angegangen werden. Hier ist die Strategie der Wahl, das fehlende Erythropoetin zu ersetzen. Entsprechende Präparate werden gentechnisch hergestellt (EPO) und können unter die Haut oder in eine Vene gespritzt werden. Sowie mehr Erythropoetin zur Verfügung steht, werden auch wieder vermehrt rote Blutkörperchen gebildet. Damit steigt auch der Bedarf an Eisen. EPO wird deswegen in der Regel mit der zusätzlichen Zufuhr von Eisen kombiniert, das meist direkt in eine Vene gespritzt wird.
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Grafik: Nieren
© Shutterstock
Nieren: Sind sie in ihrer Funktion eingeschränkt, können sie kein Erythropoetin mehr bilden. Dieses Hormon ist verantwortlich für Produktion und Reifung der roten Blutkörperchen.
Patient bei Dialyse
© Shutterstock
Dialyse: Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist die Gabe von Erythropoetin, dem Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt, oft Teil der Therapie.