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Nur die Leberwerte zeigen an, ob das lebenswichtige Organ optimal arbeitet. Denn die Leber leidet stumm – auch bei Krankheit sendet sie meist keine Schmerzsignale.
descriptionHepatitis-Virus
Hepatitis-Viren verursachen eine Leberentzündung. Ihr Risikopotenzial reicht von relativ harmlos bis gefährlich. Bestimmte Viren können die Leber sogar zerstören.
descriptionGrafik: Antikörper im Blut
Richtet sich das Immunsystem gegen die eigene Leber, gibt es keine Heilung. Das Fortschreiten der Selbstzerstörung lässt sich jedoch häufig bremsen.
descriptionBierflaschen
Alkohol und Wohlstand sind die Leberfeinde Nummer 1 – im Extremfall entwickeln sich Leberzirrhose und Leberkrebs. Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.
descriptionArtischocke
Alkoholverzicht und eine gesunde Ernährung sind die Grundlage für eine gesunde Leber. Bestimmte Pflanzenextrakte können die Leberfunktion verbessern.
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Zentralorgan für die Entgiftung

Jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat eine kranke Leber. Das Fatale daran: Die Betroffenen ahnen oft nichts davon, weil Einschrankungen der Leberfunktion und Veränderungen des lebenswichtigen Organs sehr lange keine spürbaren Beschwerden verursachen. Denn die Leber selbst tut nicht weh.

Im Überblick



Steckbrief der Leber

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe unseres Körpers. Sie „verzeiht viele Sünden“. Werden es aber zu viele, nimmt sie es – für uns zunächst unmerklich – krumm. Diesen Punkt sollte man besser gar nicht erst erreichen.

Das Organ wiegt rund 1,5 Kilogramm, ist in zwei Lappen geteilt und liegt gut geschützt und fest eingebettet im Oberbauch, unterhalb des rechten Rippenbogens. Die Leber ist von einer Bindegewebskapsel umgeben, die – im Gegensatz zur Leber selbst – von feinen Nervenfasern durchzogen wird. Die Leber spürt man nur dann, wenn sie sich vergrößert hat und es dadurch zu einer schmerzhaften Kapselspannung kommt.

Die Leber ist ein gut strukturiertes Organ: Sie besteht aus zirka einer Million millimetergroßen Leberläppchen. Jedes Leberläppchen seinerseits besteht aus zirka drei Millionen ringförmig angeordneten Leberzellen (Hepatozyten). An der unteren Seite des rechten Leberlappens liegt die Gallenblase.

Die Blutversorgung der Leber erfolgt über zwei Gefäße: Die Arteria hepatica, die von der großen Bauchschlagader abzweigt und sauerstoffreiches Blut zuführt, und die Pfortader, eine Vene, die nährstoffreiches Blut aus Magen, Darm, Vene und Bauchspeicheldrüse herantransportiert. Die Leber wird zudem von einem baumähnlich aufgebauten Gallengangsystem durchzogen, das mit der Gallenblase verbunden ist.
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Unersetzlich für Verdauung, Hormone und Immunsystem

Die Leber hat ein vielfältiges Aufgabenspektrum, für das sie etwa 20 Prozent des gesamten Körpersauerstoffes verbraucht. Die wichtigsten Aufgaben des Organs im Überblick:
  • Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette werden gespeichert, um- und abgebaut; gespeicherter Zucker wird in den Blutkreislauf abgegeben, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.
  • Fettlösliche Vitamine werden gespeichert, Hormone und Enzyme synthetisiert und abgebaut, Hormone aktiviert und Gerinnungssubstanzen des Blutes gebildet.
  • Beim Abbau des Hämoglobins aus den roten Blutkörperchen entsteht unter anderem Bilirubin. Damit Bilirubin mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden kann, muss es zunächst in der Leber in eine „wasserlösliche“ Form gebracht werden. Dadurch kann es anschließend über das Gallengangsystem in den Darm geleitet und mit dem Stuhl augeschieden werden. Ein Ausfall dieser Leberfunktion äußert sich daher mit dem Rückstau von Bilirubin in den Körper, was an einer Gelbfärbung der Haut und der Augen sichtbar wird.
  • Die Leber stellt dem Körper eine Fülle wichtiger Eiweißstoffe zur Verfügung.
  • Das Organ produziert Cholesterin und täglich bis zu einem Liter Gallensaft, der die für die Fettverdauung im Dünndarm und für die Vitaminaufnahme im Darm wichtigen Gallensäuren enthält.
  • Sie ist wichtiger Helfer des Immunsystems.

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Schädliches unschädlich machen

Ohne Leber könnten wir nicht existieren, sondern würden buchstäblich an unserem eigenen „Müll“ zugrundegehen. Die Leber ist die zentrale Entsorgungsstation für Medikamente, Alkohol und viele andere Fremdstoffe. Sie wandelt schädliche Substanzen in den Leberzellen in unschädliche Verbindungen um. So können sie beispielsweise über die Niere ausgeschieden werden.

Werden der Leber mehr Schadstoffe zugeführt, als sie verarbeiten kann, wird aus einem gesunden Organ allmählich ein krankes und in seiner Funktion beeinträchtigtes Organ. So können über längere Zeit eingenommene Medikamente, wie zum Beispiel Schmerz- und Rheumamittel oder Schlaf- und Beruhigungsmittel, die Leberfunktion empfindlich stören. Auch organische Lösungsmittel wie sie in Farben, Spezialreinigern, Fleckenentfernungsmitteln, Kunst- und Klebstoffen vorkommen, Pestizide, Schwermetalle und so weiter setzen der Leber zu.

Die zur Verhütung (Kontrazeption) eingenommenen Hormonpräparate werden ebenfalls von der Leber verarbeitet, weshalb die Pille bei akuten und chronischen Lebererkrankungen nicht angewendet werden darf. Übrigens: Auch Männer bilden weibliche Hormone, die normalerweise von der Leber abgebaut und somit unwirksam werden. Ist aber die Leberfunktion gestört, besteht ein erhöhter Östrogenspiegel, der beispielsweise eine Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie) bewirken kann.

Eine gestörte Leberfunktion kann auch eine verminderte Produktion von Gallenflüssigkeit nach sich ziehen. Die Gallenflüssigkeit wird jedoch im Darm zur Fettverdauung benötigt. Sie wird in der Leber produziert und in der Gallenblase zwischengelagert. Nach dem Verzehr fetter Speisen zieht sich die Gallenblase zusammen und entleert sich. Die gespeicherte Gallenflüssigkeit gelangt über den Gallengang in den Zwölffingerdarm. Große Fettmoleküle können emulgiert, zerkleinert und danach vom Körper verwertet werden.

Wenn die Leber überlastet ist und zu geringe Mengen an Gallensäure herstellt, können sich Störungen bei der Fettverdauung durch Schmerzen im Oberbauch, Druck- und Völlegefühl, Appetitlosigkeit und manchmal auch in Form von Blähungen bemerkbar machen. Fettreiche Kost liegt dann „wie ein Stein“ im Magen. Häufiges Auftreten von unklaren Schmerzen im Oberbauch und Übelkeit nach einer fettreichen Mahlzeit können also mit einer Leber-Gallen-Erkrankung in Verbindung stehen.
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Alkohol ist für die Leber pures Gift

Alkoholgenuss kann die Leberzellen so sehr schädigen, dass sie zugrundegehen. Die Leber hat zwar eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit – ein mäßiger und unregelmäßiger Alkoholgenuss ist deshalb ausgleichbar. Doch wer als Mann mehr als 30 Gramm Alkohol pro Tag trinkt, riskiert Leberschäden – bei Frauen ist dies bereits bei mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag der Fall. Laut WHO sollte der Alkoholgenuss generell auf 20 Gramm pro Tag reduziert werden.

Zur Orientierung: Zehn Gramm Alkohol entsprechen wahlweise
  • 1/4 ml Bier oder
  • 1/8 ml Wein
Es gibt jedoch auch Menschen, bei denen die kritische Schwelle bedeutend tiefer liegt. Das erklärt sich dadurch, dass Alkohol in der Leber von speziellen Enzymsystemen abgebaut wird. Wie hoch die Kapazität dieser Enzymsysteme ist, hängt letztendlich vom Geschlecht und von den Genen ab.

Außerdem sind einige der Abbauprodukte des Alkohols zellschädigend. Die Folge: Den Leberzellen geht der Sauerstoff aus. Nahrungsfette können nicht mehr abgebaut werden und sammeln sich in der Leber an. Nach und nach entsteht eine Fettleber. Besonders kritisch ist die Kombination aus häufigem Alkoholgenuss, Bewegungsmangel und Fastfood. Eine Fettleber ist kein harmloses gesundheitliches Problem, denn langfristig können schwere Folgeschäden entstehen: eine Leberzirrhose (bei der das normale Lebergewebe zunehmend durch Bindegewebe ersetzt wurde, die Leber verhärtet und knotig ist), Diabetes und damit auch Herzkrankheiten sowie Leberkrebs. Besonders kritisch ist die Kombination von häufigem Alkoholgenuss, Bewegungsmangel und Fastfood – eine sichere Eintrittskarte zur Fettleber.

Solange bei vorhandener Fettleber keine entzündlichen Prozesse ablaufen, können sich diese Veränderungen bei völligem Alkoholverzicht wieder zurückbilden. Das gilt aber nur für die Fettleber, nicht für die Folgeerkrankung Leberzirrhose. Im Übrigen ist nicht jeder Mensch mit Leberzirrhose ein gewohnheitsmäßiger Trinker. Eine alkoholbedingte Leberzirrhose kann bei manchen Patienten bereits durch geringe Alkoholmengen verursacht werden, wenn sonstige Schädigungen bereits bestehen.

Mitunter liegen bei manchen Menschen auch bis dahin unbekannte Leberschädigungen wie eine chronische Virushepatitis, das heißt eine Infektion mit den Hepatitis-Viren B oder C, vor. Dann reichen bereits geringe Alkoholmengen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Ist die Leberfunktion bereits massiv gestört, weil das Lebergewebe weitestgehend durch Bindegewebe ersetzt wurde (Leberzirrhose) und deshalb die Durchblutung der Leber gestört ist, kann das Blut nicht mehr ausreichend Giftstoffe abtransportieren. Die Gifte gelangen dann unter anderem ins Gehirn, beeinträchtigen die geistigen Leistungen und können auch das Bewusstsein verändern: Depression, Angstzustände und Wahnvorstellungen können entstehen. Endstation: Leberversagen und Bewusstlosigkeit.

Aufgepasst: Auch schimmelige Lebensmittel belasten die Leber. Selbst wenn die pilzbefallenen Stellen herausgeschnitten wurden, können sich giftige Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze im verbleibenden Nahrungsmittel befinden. Oberflächlich sichtbar ist immer nur ein Teil des Pilzgeflechtes. Ernährungsexperten empfehlen deshalb dringend, angeschimmelte Lebensmittel wie Brot, Weich- und Frischkäse, Schnittkäse, Milchprodukte (Joghurt, Quark), weiches Obst, Gemüse, Nüsse und Konfitüre mit einem Zuckergehalt unter 50 Prozent wegzuwerfen. Bei Hartkäse am Stück oder Konfitüre mit einem Zuckergehalt von über 50 Prozent raten die Fachleute zu großzügigem Wegschneiden. Im Zweifelsfall sollten Sie angeschimmelte Lebensmittel immer wegwerfen.
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Wichtige Leberwerte und ihre Bedeutung

Wird bei einer Routineuntersuchung oder aufgrund vorliegender Beschwerden das Blut untersucht, gehören zu den Messgrößen in der Regel auch einige Leberwerte. Die wichtigsten Leberwerte und ihre Bedeutung werden nachfolgend vorgestellt:

Gamma-Glutamyl-Transpeptidase (Gamma-GT, Gamma-Glutamyltransferase)


Die im Blut befindliche Gamma-GT stammt hauptsächlich von der Oberfläche der Leber und den Gallengangszellen. Bei einer Schädigung der Leber durch Medikamente, Alkohol, anderen Stoffen oder aufgrund eines Galle-Rückstaus (zum Beispiel wenn Gallensteine vorhanden sind) kann dieses Enzym über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhte Werte im Blut anzeigen. Die Normalwerte für die Gamma-GT sind geschlechtsabhängig.
  • Männer: < 55 U/l bei 37 Grad Celsius
  • Frauen: < 42 U/l bei 37 Grad Celsius
(die Referenzwerte sind stark methodenabhängig und variierten je nach Labor), U steht für Units, eine Maßzahl für die Enzym-Aktivität

Alkalische Phosphatase (AP)

Wenn beispielsweise die Wände der Gallenkanäle entzündungsbedingt geschädigt wurden, steigen die Werte für die AP an. Erhöhte Werte für die Alkalische Phosphatase zeigen oft einen Galle-Rückstau an. Allerdings können die Werte für die AP neben anderen Erkrankungen in folgenden Fällen auch erhöht sein:
  • solange Kinder und Jugendliche wachsen
  • während einer Schwangerschaft (wegen der Heranbildung des Mutterkuchens/der Plazenta).
Die Normwerte (methodenabhängig) für die AP hängen vom Geschlecht ab:
  • Männer 40-129 U/l
  • Frauen 35-104 U/l
Transaminasen

Transaminasen sind Enzyme, die am Zellstoffwechsel beteiligt sind und den Abbau und Umbau von Eiweißbausteinen beeinflussen. Sie sind in mehreren Organen, aber besonders reichlich in den Leberzellen enthalten.

Folgende Transaminasen sind relevant:
  • Die im Serum gemessene Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, kurz GOT. Die GOT kommt auch im Herzmuskel und in der Skelettmuskulatur vor, ist aber für die Erkennung von Lebererkrankungen und die Verlaufskontrolle wichtig. Die GOT wird teilweise auch als AST bezeichnet.
  • Die im Serum gemessene Glutamat-Pyruvat-Transaminase, kurz GPT. Die GPT ist weitestgehend leberspezifisch und ebenfalls für die Erkennung von Lebererkrankungen und die Verlaufskontrolle wichtig. Eine andere Bezeichnung für GAP ist ALT.
Mit Hilfe der Transaminasen und deren Verhältnis zu einander sind oft schon Aussagen über die Ursache eines Leberschadens möglich. Je höher die Transaminasen, desto ausgeprägter ist die Leberschädigung (Ausnahme: Bei chronischer Hepatitis-C-Infektion ist oft nur ein mäßgier Anstieg der Transaminasen nachweisbar).

Die Normwerte (methodenabhängig und geschlechtsabhängig) für die GOT (AST) sind:
  • Männer <38 U/l
  • Frauen <32 U/l
Die Normwerte (methodenabhängig und geschlechtsabhängig) für die GPT (ALT) sind:
  • Männer <41 U/l
  • Frauen <31 U/l
In jedem Fall müssen sich Folgeuntersuchungen anschließen, die abklären, um welche Art von Lebererkrankung es sich handelt. Mittels spezieller Bluttests kann beispielsweise untersucht werden, ob und welche Form einer Virushepatitis vorliegt.
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Grafik: Leber
© Shutterstock
Die Leber liegt unterhalb des rechten Rippenbogens im Oberbauch. Das Organ ist in zwei Lappen geteilt und wiegt etwa 1,5 kg. Ein System aus Gallengängen durchzieht die Leber und verbindet sie mit der Gallenblase.
Leberläppchen unter dem Mikroskop
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Ein Gewebequerschnitt unter dem Mikroskop zeigt den Aufbau der Leber: Unzählige Leberzellen bilden die millimeterkleinen Leberläppchen. Die Leber besteht aus etwa einer Million Leberläppchen.
Flaschen mit Alkohol
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Giftstoffe wie Alkohol und Medikamente gelangen über den Blutkreislauf in die Leber. Dort werden sie abgebaut und in unschädliche Stoffe umgewandelt, die den Körper über die Niere mit dem Harn verlassen.
Schimmeliges Brot
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Schimmelige Lebensmittel belasten die Leber wegen der giftigen Stoffwechselprodukte des Schimmelpilzes. Die offensichtlich befallenen Stellen an einem Lebensmittel wegzuschneiden reicht nicht aus, denn weitaus größer ist der Anteil des unsichtbaren Pilz-Myzels, das sich im ganzen Lebensmittel verbreitet.